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Aus der Zeitung „Wir in Alfter“ Amtsblatt für die Gemeinde Alfter.3.JG. Nr.2,

18. Januar2008

Anbindung der Hangorte – Möglichkeiten des ÖPNV

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt, um über den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Ortschaften Gielsdorf, Impekoven und Oedekoven zu diskutieren. Zu der Fragestellung „Wie lassen sich die Hang- und Höhenlagen der Mittelgemeinden an den ÖPNV anbinden?“ hatte der in seinem Amt bestätigte Ortsverbandsvorsitzende Albert Schäfer Verkehrsexperten Oliver Krauß, Mitglied des Kreistages, sowie Peter Reusch, Alfterer Ratsmitglied, eingeladen. „Angesichts der demographischen Entwicklung unserer Bevölkerung wird das Thema ÖPNV-Angebot gerade für ältere Mitbürger immer wichtiger“, so Schäfer

Oliver Krauß stellte mehrere Möglichkeiten einer Angebotsverbesserung vor, die bereits ohne den Bau neuer Straßen verwirklicht werden können. So könnte zwar ein Linienbus durch die engen Hangstraßen fahren, doch plädierte Krauß hier für ein kleineres Busmodell, den so genannten Midi-Bus. Für eine problemlose Bedienung mit einem Standardlinienbus ist es erforderlich, an einigen Stellen Halteverbote einzurichten. Das sei das Ergebnis von zwei Probefahrten, die die Stadtwerke Bonn aufgrund der privaten Initiative des Gielsdorfer Bürgers Wolfgang Görlitz durchgeführt haben. „Leider verfügen die Verkehrsbetriebe nicht über einen Midi-Bus. Dieser müsste erst angeschafft oder gemietet werden“, bedauerte Krauß. Eine Alternative sei der so genannte Taxi-Bus: Wie das Anruf-Sammeltaxi (AST) verkehrt der Taxi-Bus in der Regel ein Taxi und kein Bus – nur auf telefonische Vorbestellung, aber auf einem festgelegten Linienweg von Haltestelle zu Haltestelle. Im Gegensatz zum AST, bei dem ein Zuschlag zu zahlen ist, reicht beim Taxibus das reguläre Ticket aus. Vor der Einrichtung einer Buslinie oder des Taxibusses müsse jedoch zunächst die Frage der Finanzierung geklärt werden. Kostengünstiger wäre es, wenn die Bürger von sich aus einen Trägerverein gründeten, um einen Bürgerbus zu betreiben. „Beim Bürgerbus fahren Bürger für Bürger mit einem Kleinbus“ erläuterte Peter Reusch. Für die Anschaffung des Busses könnten Fördergelder beim Land Nordrhein-Westfalen beantragt werden. Allerdings müssten sich zahlreiche Bürger zu einer Mitarbeit in diesem Verein entschließen, damit das System dauerhaft funktioniert, so Reusch. Bislang ist die Beschlusslage im Rat der Gemeinde Alfter, dass nach dem Bau des Voreifelbahn-Haltepunktes Impekoven das Busangebot insbesondere im Hinblick auf die Hang- und Höhenlagen überarbeitet werden soll. „Wann genau nun aber der Haltepunkt Impekoven gebaut werden wird, lässt sich derzeit nicht verbindlich sagen“, bedauerte Oliver Krauß.

Daher bestand Einigkeit unter den Teilnehmern, das ÖPNV-Angebot bereits vorher verbessern zu wollen. Ortsverbandsvorsitzender Albert Schäfer stellte fest, dass eine bessere Anbindung der Wohnbereiche auf der Höhe möglich ist. So könne zumindest versuchsweise ein Linienbus oder ein Taxibus auf die Höhenlagen fahren, um zu testen, ob ein solches Angebot überhaupt angenommen wird. Fahrtziele sollten nach den Vorstellungen der Teilnehmer nicht nur die Einkaufsmärkte in unmittelbarer Umgebung, sondern in erster Linie Bonn-Duisdorf sein.

Anmerkung unsererseits: Die Versuchslinie könnte kurzfristig und kostenneutral realisiert werden. Selbst die Anschaffung eines Midi-Bus ist weitaus weniger aufwendig, umweltschädlich und erheblich preiswerter als der Neubau einer komplizierten Hangstraße mit geschätzten Kosten von 4.5 Millionen €.

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